Problematik von dem mit Uran gefärbten Glas
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Der Artikel ist eine Einleitung in die Problematik von dem mit Uran gefärbten Glas, die in letzter Zeit Gegenstand vom Interesse auch von Medien wurde, und er stellt die Stellungahme des SÚJB zur Herstellung, Vertrieb und Nutzung von einem so gefärbten Glas, inklusive der Bedingungen zur Verwendung von diesem Glas bei der Herstellung von Modeschmuck, dar.

Ende Juni 2004 erhielt das Staatliche Institut für Kernkraftsicherheit (i. d. F. nur SÚJB) von dem Generaldirektorat für Zoll eine Anregung zur Überprüfung der Herstellung von dem mit Uran gefärbten Glas (i. d. F. nur Uranglas) bei sechs tschechischen Herstellern. Die Inspektoren des SÚJB führten eine Kontrolle bei allen genannten und einigen weiteren Subjekten durch, die Glas herstellen oder verarbeiten. Es wurde festgestellt, dass zwecks einer Verfärbung nur zwei Hersteller Uran ins Glas beimischen, und zwar diejenigen, die dem SÚJB bereits bekannt waren, weil die ins Glas beigemischten Uranoxide zu der Kategorie von Kernwerkstoffe zählen und der Umgang mit ihnen ist eine vom SÚJB gem. Gesetz Nr. 18/1997 Tsch. GBl., über die friedliche Nutzung von Kernenergie und ionisierender Strahlung (Atomgesetz), in der Lautung späterer Vorschriften (i. d. F. nur Gesetz) zu genehmigende Tätigkeit. Die beigemischten Uranverbindungen unterliegen einer strengen Erfassung und Kontrolle auch im Rahmen der Internationale Atomenergie-Organisation in Wien. Bei den Besitzern der Genehmigung zum Umgang mit Kernmaterial wurden keine Tatsachen festgestellt, die im Widerspruch zum Gesetz stehen würden.

Das SÚJB führte gleichzeitig eine ausführliche Analyse der Strahlungsrisiken bei der Verwendung von allen in Frage kommenden Produkten durch, die aus Uranglas hergestellt werden. Diese Ermittlung bestand aus der Recherche in internationalen, fachlichen und gesetzlichen Quellen, vor allem den europäischen und amerikanischen. Zwecks einer Risikobeurteilung wurden zahlreiche Berechnungen vorgenommen, ergänzt durch experimentale Messung von Emissionen von den in Frage kommenden Strahlungen aus dem in der Tschechischen Republik hergestellten Glas.

Die entscheidende Frage war, ob die Herstellung von Verbrauchsgegenständen aus Uranglas eine "Beimischung von radioaktiven Stoffen in Verbrauchsgegenstände" im Sinne des Gesetzes ist oder nicht. Ein "radioaktiver Stoff" ist laut Gesetz "jeglicher Stoff, der einen oder mehrere Radionuklide enthält und dessen Aktivität oder Gewichtsaktivität aus dem Gesichtspunkt eines Strahlenschutzes nicht vernachlässigbar ist". Das Gesetz wurde im J. 2002 mit der EU-Gesetzgebung harmonisiert, und zwar u. a. in der Begriffsdefinition "radioaktiver Stoff" und in den Bestimmungen betreffs der Beimischung von radioaktiven Stoffen in Verbrauchsgegenstände. Die Kriterien für die "im Hinblick zum Strahlenschutz vernachlässigbare Strahlungsbelastung" werden durch die Kundmachung Nr. 307/2002 Tsch. GBl., über Strahlenschutz (i. d. F. nur Kundmachung), ebenfalls in der vollkommen mit der EU-Gesetzgebung harmonisierten Fassung festgelegt. Diese Kriterien berücksichtigen sowohl den Schutz des Einzelnen, als auch der Gesellschaft, und werden quantitativ in Form der sog. Effektiv- und kollektiven Effektivdosis ausgedrückt.

Aus der angeführten Erläuterung geht hervor, dass der Begriff "radioaktiver Stoff" eine genaue gesetzliche Bedeutung hat und kann nicht mit dem gleichen Begriff im allgemeinen Sinne verwechselt werden: Die Umwelt, die uns umgibt, enthält an und für sich (ohne den Einfluss des Menschen) radioaktive Stoffe (im allgemeinen Sinne dieses Wortes), die, gerade wegen ihrer natürlichen Herkunft, kein Gegenstand einer Regelung sein können. Ein Beispiel können ein bedeutend unterschiedliches, natürliches Gehalt von radioaktiven Stoffen in verschiedenen Lebensmitteln, wesentliche Unterschiede im Gehalt von radioaktiven Stoffen in Untergründen und dadurch auch bedeutend unterschiedliche Bestrahlung auf dem Gebiet der Tschechischen Republik u. ä. sein.

Die Analyse von Risiken bei der Verwendung von den aus Uranglas hergestellten Gegenständen, die vom SÚJB durchgeführt wurde, umfasste alle in Frage kommenden Produkte und alle existierenden Bestrahlungswege bei dem Vertrieb und Einsatz dieser Produkte. Es wurde auch eine innere Bestrahlung infolge der Auslaugung vom Uran aus Gebrauchstischgegenständen (Gläser, Becher, Kelche) in die eingefüllte Flüssigkeit und äußere Bestrahlung durch solche Gegenstände beim Essen oder Waschen dieser Gegenstände, äußere Bestrahlung durch unpersönliche Ziergegenstände (Zierglas, Aschenbecher u. ä.) und eine äußere Bestrahlung von persönlichen Ziergegenständen (Modeschmuck) beim Kontakt mit der menschlichen Haut in Betracht gezogen. Eine große Aufmerksamkeit wurde gerade der letztgenannten Bestrahlungsart gewidmet, bei der die Bestrahlung der Haut vom Urangehalt im Glas, der Kontaktdauer vom Ziergegenstand mit der Haut und von der Hautfläche abhängig ist, die im Kontakt mit einem solchen Gegenstand ist.

Die fachliche Analyse ergab, dass das gesetzliche Kriterium für eine Effektivdosis (Bestrahlung des Einzelnen) erfüllt ist, wenn zur Herstellung von persönlichen Ziergegenständen kein Uranglas verwendet wird, dessen Urangehalt höher als 1 % ist, und das auch bei einer stark konservativen Risikobewertung (große Abmessung des mit der Haut in Kontakt stehenden Gegenstands und lange Tragezeit). Die kollektive Effektivdosis hängt direkt von der Menge der hergestellten (und importierten) persönlichen Ziergegenständen ab, und daher kann das einschränkende Kriterium für sie nicht anders, als durch die Einschränkung der Produktion vom Uranglas erfüllt werden, das gerade für die Herstellung von persönlichen Ziergegenständen bestimmt ist. Die Herstellung von Verbrauchsgegenständen aus Uranglas, welches die angeführten Bedingungen erfüllt, kann daher nicht als Beimischung von radioaktiven Stoffen in Verbrauchsgegenstände im Sine des Gesetzes betrachtet werden.

Die Beschlüsse aus den durchgeführten Kontrollen und Ermittlungen des SÚJB wurden am 7. Oktober während der Verhandlungen mit den betroffenen Herstellern und Distributoren vom Uranglas mitgeteilt. Es wurden Schritte festgelegt, die diese Subjekte vorzunehmen haben, damit ihre Tätigkeit in vollständiger Übereinstimmung mit der neugefassten Lautung vom Gesetz und der Kundmachung steht.

Aus den ermittelten detaillierten Angaben über die Herstellung von Uranglas (Glasmenge, Urangehalt in unterschiedlichen Chargen und Verwendungszweck der einzelnen Glassorten) und den durchgeführten Untersuchungen des SÚJB geht eindeutig hervor, dass die gesetzlichen Kriterien für den Schutz des Individuums und der Gesellschaft vor gefährlichen Wirkungen beim Einsatz vom Uranglas in der Tschechischen Republik nicht überschritten werden.

Zur Ergänzung der Information führen wir an, dass die Verwendung vom Uran zur Gewinnung einer gelbgrünen bis grünen Glasfarbe in der Tschechischen Republik für bereits mehr als 160 Jahre bekannt und dokumentiert ist. Zu den bekannten Produzenten von dem mit Uran gefärbten Glas gehören in Europa Deutschland, Österreich, Frankreich und Großbritannien, in Übersee vor allem die USA. Im Verlauf der durchgeführten Kontrollen gewann das SÚJB u. a. die Information darüber, dass unlängst die amerikanischen Aufsichtsbehörden in Sachen des Imports von tschechischem, mit Uran gefärbten Glas in die USA ermittelt und diese Ermittlung ohne jegliche einschränkenden Bedingungen abgeschlossen haben.

Link zur Quelle: www.sujb.cz